WINTERBADESCHIFF
Im Frühjahr 2004 wurde im Rahmen der Stadtkunstprojekte Berlin e.V. das Berliner Badeschiff gebaut. Ein Transportschiff wurde zu einem im Fluss schwimmenden öffentlichen Schwimmbad umgebaut, ergänzt durch Holzplattformen, einen Sandstrand mit Strandbar auf dem Ufergelände.
Nach dem großen Erfolg des Sommerbetriebes wurde die Anlage von Wilk-Salinas Architekten mit Thomas Freiwald für eine Winternutzung erweitert und verwandelt sich in den kälteren Monaten in eine saisonale Wellnessanlage. Die Nutzungszeit ist immer während die Wintermonate, und im Frühjahr wird der ursprüngliche Zustand des Badeschiffs wiederhergestellt.
Der Entwurf sieht drei längsgerichtete, leichte Baukörper in Membrankonstruktion vor, die die Geometrie des Badeschiffes und der Holzstege nachbilden und den Innenbereich in drei Funktionsbereiche gliedern: einen Lounge Bereich mit Bar, eine Saunalandschaft mit Dampf- und Trockensauna und das überdachte Schwimmbad, sodass das Baden in der Spree auch in den Wintermonate möglich bleibt.
Die Steganlage wird von elliptischen Bögen aus Brettschichtholzbindern überspannt und mit einer zweilagigen transluzenten Membran belegt, die bei minimalem Eigengewicht eine optimale Dämmung gewährleistet und gleichzeitig Tageslicht einlässt sowie Panoramablicke auf die Stadt ermöglicht. Im Innern gliedern leichte Trennwände in Holzständerbauweise die Funktionsbereiche. Die gewählte Konstruktion ermöglicht ein schnelles Auf- und Abbauen mit minimalen Ressourcen und ohne aufwändige Infrastruktur.
Nachts verwandelt die integrierte Beleuchtung die Anlage in eine über dem Fluss schwebende Leuchte und entfaltet so eine ikonische, ätherische Präsenz in der urbanen Landschaft. Die gewählten Materialien und ihre Anordnung bewirken eine starke Integration der Anlage in den vormals industriell genutzten Osthafen vor der urbanen Kulisse mit Oberbaumbrücke und Lohmühleninsel. Das Badeschiff wird zu einem Instrument der städtischen Revitalisierung, das ein ehemaliges Brachgelände in einen lebendigen Ort der Erholung, des Wohlbefindens und der Begegnung verwandelt.